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Thema: TRAUERRITUALE

TRAUERRITUALE

Trauerritual - Kerze anzünden Trauer- & Bestattungsrituale:

Der letzte Liebesdienst der Angehörigen an dem Toten war, die Augen und den Mund des Toten zu schließen.

Aus Schutz vor dem bösen Blick wurden die Augen geschlossen, wohingegen das Schließen des Mundes den Grund hatte, dass die Seele den Körper unmittelbar nach dem Tod durch den Mund verläßt, dann aber durch den offenen Mund wieder in den Körper zurückkehren konnte.


Da eine zurückgekehrte Seele den Toten zu einem gefährlichen Wiedergänger machen und sogar Lebende nachholen konnte, musste das unbedingt verhindert werden.

Oft wurden die Fenster des Sterbezimmers geöffnet, um der Seele die Möglichkeit zum Entweichen zu geben.

Es gab noch viele andere Rituale zur Abwehr, dass die Seele des Verstorbenen nicht in den Körper zurückkehren kann um den Lebenden zu schaden. Die Menschen glaubten nicht, dass die Toten so schnell aus der Welt scheiden. So versuchten sie, sich vor dem Toten und seinen möglichen Ansprüchen zu schützen.

Das Läuten der Glocke gehört zu den ersten Handlungen nach Eintritt des Todes.

An der Art des Geläuts konnte oft Geschlecht, Alter und Stand des Gestorbenen entnommen werden. Das Sterbegeläut hatte drei Aufgaben: es verkündete den Tod, rief zum fürbittenden Gebet auf und verscheuchte durch seine magische Kraft dämonische Einflüsse.

Es wurden schwarze Tücher über der Haustür befestigt, Kerzen angezündet, Weihwasser versprengt und die Todesnachricht öffentlich bekannt gegeben.

Der Leichnam wurde zur Aufbahrung von Angehörigen, Freunden, Nachbarn, oder besonders dazu bestimmten Personen, z.B. "Totenweibern", "Seelenweibern" und nur ausnahmsweise "Totengräbern" oder "Seelennonnen" gewaschen, angekleidet und hergerichtet.

Das je nach Gegend weiße oder schwarze Sterbehemd, Grab- oder Leichentuch aus Leinen lag häufig schon lange bereit. Der Tote wurde im Bett oder im Sarg zwischen brennenden Kerzen mit Blick auf die Tür aufgebahrt.

Das Kruzifix stand an seinem Kopf oder an der Seite und Weihwasser zu seinen Füßen, damit die Besucher den Toten besprengen konnten. Es war üblich, den Toten zu besuchen und für ihn zu beten. Freunde und Nachbarn des Verstorbenen hielten die Totenwache und zeigten damit, daß der Tote noch zum Kreis der Familie gezählt wurde.

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