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Thema: TRAUERBEWÄLTIGUNG

TRAUERBEWÄLTIGUNG

Trauer / Trauerbewältigung

Trauer ist eine lebenswichtige Reaktion auf eine Ausnahmesituation, es handelt sich nicht um eine Krankheit. In der Trauer muss der erlittene Verlust verarbeitet werden.

Trauer wird von jedem individuell erlebt. So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich ist deren Art zu trauern. Es gibt dabei keinen falschen und keinen richtigen Weg. Fest steht jedoch, dass unverarbeitete Trauer gesundheitsschädlich ist und zu psychischen Krankheiten und körperlichen Beschwerden führen kann.

Ebenso individuell ist es, wie lange die Trauer anhält. Oft wird von einem "Trauerjahr" gesprochen, doch diese Zeit scheint meist sogar zu kurz zu sein. Und am schmerzhaftesten brechen die Gefühle häufig nicht direkt im Anschluss an den Verlust aus, sondern erst Monate später. Ausgerechnet dann, wenn die Anteilnahme der Umgebung bereits anfängt nachzulassen.

Trotz der Individualität der Trauer bei jeder einzelnen Person werden stets vier Phasen durchlaufen.

Erste Phase - Schockzustand

Der Trauernde will den Verlust der nahestehenden Person nicht wahrhaben. Er fühlt sich wie gelähmt, wie in Trance und ist kaum noch zu Gefühlsregungen fähig. Gewöhnlich ist diese Phase relativ kurz.

Zweite Phase - Gefühlschaos

Beim Trauernden treten nun seine verschiedensten Gefühle in ihrer vollen Ausprägung zu Tage - Traurigkeit, Schmerz, Wut, Angst, Schuldgefühle, Ruhelosigkeit, Verzweiflung, heftige Gefühlsschwankungen. Dies kann häufig auch zu Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und Essstörungen führen, manchmal auch zu Alkohol- und Medikamentenmissbrauch. Diese zweite Phase ist der schwierigste Abschnitt in der Trauerbewältigung.

Dritte Phase - Rückzug

In der dritten Phase zieht sich der Trauernde von der Außenwelt zurück - er beschäftigt sich intensiv mit der eigenen Trauer. Er ist oft für Hilfeangebote von außen nicht mehr zugänglich. Der Trauernde erinnert sich jedoch auch intensiv an den verlorenen Menschen, erinnert sich an gemeinsame Momente, manchmal wird die Vergangenheit idealisiert. Der Betroffene fängt jedoch auch sehr langsam an, sich mit der realen Situation abzufinden.

Vierte Phase - Neuorientierung

Der Verlust wird nach und nach akzeptiert. Der Hinterbliebene kann sich nun wieder nach außen wenden und versucht, wieder in sein altes Leben zurückzukehren. Er kann sich aber auch neue Verhaltensweisen zulegen, sein Leben neu gestalten und völlig neu orientieren. Vieles bekommt neue Werte und viele Dinge werden intensiver erlebt, was auch wieder zu Schuldgefühlen führen kann.

Die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen können sehr fließend verlaufen. Auch die Dauer der einzelnen Phasen schwankt sehr stark von Person zu Person. Es kann auch ein Rückfall in eine vorherige Phase geschehen, wobei der Betroffene diese beim wiederholten Male schneller durchlebt und hinter sich lässt.

Trauerbewältigung bedeutet auch Trauerarbeit. Man sollte nicht versuchen, seine Trauer zu verdrängen, sie holt einen später dann wieder ein. Statt dessen sollte man lieber versuchen, seiner Trauer Ausdruck zu verleihen - sei es in Gesprächen, durch Malen, Tagebuch schreiben oder durch Abschiedsrituale.

Der Trauer sollten Raum und Zeit eingeräumt werden, um so Trost zu finden.

Weiterführende Informationen zum Thema: Trauer/ Trauerbewältigung

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