Thema: Thanatologie
Wissenswertes
29.09.2009
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Thanatologie
Thanatologie
Die wichtigste Aufgaben der Thanatologen
ist, dass der Verstorbene würdevoll versorgt und eingesargt wird. Weiterhin sollen die
Angehörigen die Möglichkeit haben, in diesem Bewusstsein ihren lieben Verstorbenen noch
einmal zu sehen.
Hygienische Grundversorgung:
Bei der hygienischen Grundversorgung wird sichergestellt,
dass einerseits auf eine würde- und pietätvolle Weise vom Verstorbenen Abschied genommen
werden kann und andererseits, dass die Erfordernisse der öffentlichen und privaten Hygiene
gewahrt bleiben.
Die hygienische Grundversorgung wird in den meisten Ländern
praktiziert. Unter Versorgnung meint man nicht, den Leichnam so stark zu schminken und
herzurichten, dass der Verstorbene nicht mehr erkennbar ist, sondern sie arbeitet streng
nach dem Prinzip des "soviel wie nötig, so wenig wie möglich".
Hygienische
Gesichtspunkte stehen absolut an erster Stelle, damit die Angehörigen auch beim direkten
Kontakt mit dem eingebetteten Verstorbenen, dem Sarg und der Ausstattung sich nicht in
eine Situation begeben, die die Gesundheit unter Umständen beeinträchtigen könnte. Weiter
ist zu beachten, dass die Würde des Verstorbenen gewahrt wird und die Angehörigen somit
ein gutes, ruhiges und friedliches Bild des toten Menschen mitnehmen können. Verschmutzte
und verschwitzte Haare oder Blut unter den Fingernägeln sind einerseits ein hygienisches
Risiko, andererseits sind sie aber auch der Würde des Verstorbenen abträglich.
Einbalsamierung:
Eine eigenständige Form der hygienischen
Totenversorgung ist die praktische Thanatologie, auch bekannt unter "modern embalming".
Sie ermöglicht eine pietätvolle, offene Aufbahrung von Verstorbenen, bei der Angehörige
ihr Familienmitglied in natürlich schlafend in Erinnerung behalten können.
Der Verstorbene wird mit desinfizierenden Flüssigkeiten so versorgt und hergerichtet,
dass die Hinterbliebenen den letzten Gang zum offenen Sarg ohne Bedenken wagen können.
Die Trauer wird so bewusster wahrgenommen und so die Furcht vor dem Toten genommen.
Die modernen Trauerforscher sind der Ansicht, dass der Mittelpunkt jeder Trauerbewältigung
die bewusste Wahrnehmung des erlittenen Schmerzes ist. Besonders bei einem plötzlichen
Verlust ist die Aktivierung aller Wahrnehmungssinne erforderlich, um erst die Situation
erfassen zu können, ehe dann ein Verarbeitungs- und Bewältigungsprozess in Gang gesetzt
werden kann.
Ein persönlicher Abschied und ein gepflegtes Äußeres des Verstorbenen
sind für den wichtigen Prozess der Trauerbewältigung absolut ratsam.
Die praktische Thanatologie realisiert ein gepflegtes und natürliches Erscheinungsbild
des Verstorbenen.
Gründe für die Einbalsamierung:
- Offene Aufbahrung zuhause über mehrere Tage
- Offener Abschied bei später stattfindender Trauerfeier
- Kosmetische Maßnahme bei starker Verfärbung
- Gesetzliche Vorschrift bei Überführung in bestimmte Länder
Restauration:
Die Wiederherstellung von Unfallopfern gehört zu den Aufgaben der Thanatologie,
um eine Begegnung zwischen den Angehörigen und dem Verstorbenen zu ermöglichen.
Maßgeblich sind dabei die sichtbaren Körperteile, also die Hände und der Kopf.
Selbstverständlich werden auch die nicht sichtbaren Körperteile hygienisch versorgt.
Über die Orientierung am natürlichen Aussehen des Verstorbenen, wozu manchmal ein
Foto notwendig sein kann, wird versucht, die Gestalt zu rekonstruieren. Den Angehörigen
wird dabei ein so genanntes "exposal to the grotesque" erspart und die Möglichkeit
eines Abschieds geboten.
Für die Abschiednahme bei einer Restauration ist eine gute Vorbereitung und Begleitung
der Angehörigen sehr wichtig. Es wird vermittelt, dass mit dem Leichnam des Verstorbenen
sorgfältig umgegangen wurde.
Totenmaske:
Das Antlitz eines lieben Verstorbenen umgibt eine besondere
Aura der Pietät und des Respekts. In der Trauerarbeit und in der Erinnerung an einen
einzigartigen Menschen vermag diese "Totenmaske" mehr zu leisten als jede noch so schöne
Fotografie es kann.
Eine Totenmaske ist aber keine Maske im Sinne einer
"Verdeckung" oder einer "Abdeckung", sondern eine zeitlose Darstellung des Gesichts
des Verstorbenen.
Weiterführende Informationen zum Thema: WISSENSWERTES
» WISSENSWERTES
» WISSENSWERTES - Totenkult
» WISSENSWERTES - Thanatologie
» WISSENSWERTES - Gevatter Tod
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