Thema: DEPRESSIONEN
Depression
12.08.2009
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DEPRESSION - Ursachen von Depressionen
Bei Depressionen handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen. Das bedeutet, dass an der Entstehung, Auslösung und Erhaltung der Krankheit sehr viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Depressionen haben nie nur eine einzige Ursache.
Bei vielen Betroffenen lässt sich feststellen, dass eine gewisse Veranlagung vererbt wurde, in der Familie gibt es dann mehrere Erkrankte. Dies lässt vermuten, dass die Vererbung eine Rolle für den Kranheitsausbruch spielt. Man spricht von einer genetischen Disposition.
Dass man eine Veranlagung für Depressionen geerbt hat, führt aber nicht zwangsläufig auch zum Ausbruch der Krankheit. Hinzukommen müssen in der Lebensgeschichte weitere belastende Faktoren. Hier gibt es verschiedene Theorien. Eine davon besagt, dass es in der frühesten Kindheit eine gestörte Beziehung zur Mutter gegeben hat, so dass das Kind nur eine geringe Selbstachtung entwickelt. Das führt dazu, dass die betroffene Person sehr stark auf Bestätigung von außen angewiesen ist, die nur in den seltensten Fällen auch erfüllt wird.
Eine weitere Theorie geht davon aus, dass ein Mensch mit einer stark negativen Einstellung zu sämtlichen Lebensereignissen und –situationen stark gefährdet ist, depressiv zu werden. Diese pessimistische Lebenseinstellung und das negative Selbstbild sollen in der Kindheit und Jugend erworben sein.
Ein drittes Modell spricht von erlernter Hilflosigkeit. Der Betroffene fühlt sich bei erwarteten Ereignissen hilflos und glaubt, dass er keine Kontrolle habe. So erwartet er bei jeglichen Situationen einen negativen Ausgang und glaubt, dass er selbst schuld daran sei.
So verschieden die Theorien auch sein mögen, die Entwicklung einer betroffenen Person führt stets dazu, dass sie ein geringes Selbstwertgefühl hat, auf Bestätigung von außen angewiesen ist und sich abhängig macht von anderen Personen. Die eigene Persönlichkeit wird zurückgestellt, die Person äußert keine Kritik, ist angepasst, vermeidet Streit. Zu Depressionen neigende Menschen sind perfektionistisch, überordentlich, leistungsangepasst und unrealistisch von sich fordernd. Man spricht von einer prämorbiden Persönlichkeit.
Diese belastenden Lebensumstände kann ein Mensch sehr lange aushalten. Die Frustration staut sich jedoch auf. Wenn zu diesen biografischen Faktoren nun noch eine genetische Veranlagung dazukommt und der Betroffene aktuell in sehr schwierige Lebensumstände gerät, kann dies die eigentliche Depression auslösen. Zu den eigentlichen Ursachen gibt es also auch immer noch einen Anlass, der zum Ausbruch der Krankheit führt.
Neben diesen psychologischen Ursachen für eine Depression gibt es auch noch biologische Faktoren. Zum einen ist bei einer Depression der Gehirnstoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten. Bestimmte Botenstoffe, die für die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen notwendig sind, sind in zu geringer Konzentration vorhanden.
Zum anderen kann auch der Hormonstoffwechsel im Körper gestört sein. Dies führt zur Überproduktion eines Stresshormons, so dass ein Depressiver quasi unter Dauerstress steht.
Es ist umstritten, ob die biologischen Faktoren die Symptome einer Depression auslösen, oder ob zunächst die Psyche gestört ist und somit den Gehirnstoffwechsel beeinflusst. Es ist zu vermuten, dass sich beides gegenseitig beeinflusst. Das sollte auch bei der Behandlung bedacht werden. Medikamente wie Antidepressiva greifen auf der Stoffwechselebene an, die Psychotherapie arbeitet die lebensgeschichtlichen Umstände auf. Eine Kombination aus beidem ist somit am wirkungsvollsten und heutzutage auch die Regel.
Weiterführende Informationen zum Thema:
» DEPRESSIONEN - Einführung
» DEPRESSIONEN - Verschiedene Formen
» DEPRESSIONEN - Symptome
» DEPRESSIONEN - Ursachen
» DEPRESSIONEN - Behandlung
» DEPRESSIONEN - Psychotherapie
» ANGST - Einführung
» ANGST - Soziale Phobie
» DEPRESSIONEN / ANGST - Diagnose
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