Thema: ANGST / ÄNGSTE
Angst
14.10.2009
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Angst - Soziale Phobie
Als soziale Phobie bezeichnet man eine dauerhafte, unangemessene und irrationale Angst vor Begegnung oder Kontakt mit Menschen allgemein. Der Betroffene sieht sich der Bewertung anderer Menschen ausgesetzt. Oft bezieht sich die Angst auf fremde Menschen, Autoritätspersonen oder Menschen des anderen Geschlechts.
Häufig wird soziale Phobie auch als “Angst vor Menschen” bezeichnet, was aber nicht ganz korrekt ist. Schließlich haben Betroffene keine Angst vor Menschen oder Menschenansammlungen allgemein. Sie zeigen Angst vielmehr in gerade kleineren Gruppen, in denen die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt werden könnte.
Zu den schwierigen Situation zählen für Sozialphobiker z. B. zwischenmenschliche Aktivitäten wie Parties, Familienfeiern, neue Kontakte (besonders zum anderen Geschlecht), Gespräche mit Respektspersonen wie dem Chef, Termine bei Behörden, usw. Manchmal gibt es auch sehr engumschriebene Phobien, die sich auf spezifische Situationen beziehen - öffentliches Sprechen, in Gegenwart anderer Schreiben oder Essen.
In entsprechenden Situationen wird befürchtet, dass man sich lächerlich macht oder ungeschickt verhält. Der Phobiker hat nicht nur Angst, angeguckt zu werden und dass man ihm seine Unsicherheit und Nervosität ansieht, sondern auch vor negativen Gefühlen, vor Ablehnung und Zurückweisung. Besonders bei nahestehenden Menschen wird versucht, vermeintlich negative Eigenschaften zu verbergern, damit man nicht ertappt wird, wie man “wirklich” ist. Dabei spielt der Phobiker eine Rolle und verbirgt sein wahres Ich, so dass den Mitmenschen erst gar nicht die Möglichkeit gegeben wird, die wahren Eigenschaften zu sehen und interessant und anziehend zu finden.
Soziale Phobie ist im Gegensatz zu anderen psychischen Krankheiten sehr unauffällig, zieht kein mysteriöses oder spektakuläres Verhalten nach sich und bleibt so oft unentdeckt. Zudem ist die Grenze zur Schüchternheit sehr fließend. Ein schüchterner Mensch kann sich bei Bedarf jedoch überwinden und begibt sich dann auch in eine unangenehme Situation. Die soziale Phobie ist jedoch durch Vermeidungsverhalten geprägt, was zur starken Einschränkung der Lebensqualität und Isolation führen kann.
Symptome der sozialen Phobie
Findet sich ein Sozialphobiker dennoch in einer angstauslösenden Situation wieder, führt dies zu starker Angst mit ausgeprägten körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwitzen, Erröten, Sprechhemmung, Zittern, Atemnot und panikartigen Gefühlen. Diese Symptome können auch schon in Erwartung einer entsprechenden Situation auftreten. Da die körperlichen Symptome nach außen hin sichtbar sind, gerät der Phobier in einen Teufelskreis, da er eben genau dies fürchtet - dass man ihm von außen seine Unsicherheit anmerkt.
Die Ursachen sind unklar
Die soziale Phobie beginnt meist schleichend in der späten Kindheit zu Beginn der Pubertät bzw. im frühen Erwachsenenalter, bleibt konstant bestehen, kann sich aber auch immer weiter verschlimmern.
Die Ursachen der sozialen Phobie sind noch nicht vollständig geklärt. Zum einen wird eine genetische Disposition vermutet. Außerdem geht man davon aus, dass die Angst vor Fremden, die Kleinkinder haben, bei Sozialphobikern durch bestimmte Ereignisse im späteren Leben wieder heraufbeschworen wird. Zudem spielt wahrscheinlich auch die Erziehung eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Angst.
Vor allem spielen aber auch soziale Defizite eine wichtige Rolle. Viele Sozialphobiker verfügen über wenig soziale Kompetenz. Sie haben diese in ihrer Kindheit nicht richtig gelernt. Und durch die Vermeidung sozialer Kontakte und zwischenmenschlicher Beziehungen können sie diese Kompetenz auch später nicht ausbilden. Dies ist somit auch ein entscheidender Ansatz bei der Therapie der sozialen Phobie.
Weiterführende Informationen zum Thema:
» ANGST - Einführung
» ANGST - Formen
» ANGST - Symptome
» ANGST - Soziale Phobie
» DEPRESSIONEN - Einführung
» DEPRESSIONEN - Symptome
» DEPRESSIONEN / ANGST - Diagnose
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