Thema: ANGST / ÄNGSTE
Angst
10.10.2009
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Angst / Ängste
Angst ist evolutionsgeschichtlich gesehen sinnvoll und hilfreich, denn sie warnt vor Gefahren und schützt
durch angemessene Reaktion (Flucht) vor deren Folgen.
Angst ist zunächst ein grundlegendes und normales Gefühl, genau wie Wut, Freude oder Traurigkeit. Als krankhaft kann man Ängste erst bezeichnen, wenn sie unkontrollierbar und unbegründet sind und
das Leben des Betroffenen so stark beeinflussen, dass ein hoher Leidensdruck entsteht.
Es gibt viele verschiedene Formen von Angst. Es gibt sehr spezifische Phobien, die sich auf bestimmte
Gegenstände, Tier oder Situationen beziehen (Spinnenphobie, Angst vor dem Erbrechen). Es gibt jedoch auch Ängste, die sich „generalisieren“, nicht mehr auf bestimmte Situationen bezogen
sind und allgegenwärtig werden. Besonders schwere Anfälle von Ängsten bezeichnet man als Panikattacken.
Betroffene Menschen erkennen ihr Problem selbst häufig gar nicht als Angst, sondern nehmen hauptsächlich die im Vordergrund stehenden, starken körperlichen Symptome wahr. Im schlimmsten Fall kann Angst oder Panik das Gefühl auslösen, dass man stirbt.
Angsterkrankungen sind weit verbreitet, sie treten bei ca. 13% aller Erwachsenen auf, bei Jugendlichen
noch häufiger. 10% aller Menschen leiden so stark unter Angst, dass es zu Vermeidungsverhalten führt,
zu ausgeprägtem Leiden, und die Betroffenen können Ihrem Alltag nicht mehr uneingeschränkt nachgehen.
Trotzdem suchen nur etwa ein Drittel der Betroffenen Hilfe bei Ärzten oder Therapeuten. Aus Scham wird oft nicht über Ängste gesprochen. Erst wenn kaum noch ein normaler Alltag möglich ist, gehen Angstkranke schließlich doch zum Arzt.
Dabei können Angsterkrankungen gut behandelt werden, in der Regel mit einer Kombination aus kognitiver
Verhaltenstherapie und Konfrontationstherapie. Auch mit Medikamenten kann den Betroffenen geholfen werden.
Ein rechtzeitiger Beginn der Behandlung ist sehr wichtig, da eine Angststörung leicht chronifizieren kann, also zu einem schwer behandelbaren Dauerzustand werden kann. Und eine Heilung ohne eine Behandlung tritt nur in den allerseltensten Fällen ein.
Ängste sind oft verbunden mit weiteren psychischen Störungen. Ein besonderer Zusammenhangt besteht zu Depressionen und zu Zwängen. Selbstunsicherheit, die mit Depressionen im Zusammenhang steht, führt schnell auch zu Ängsten. Und wenn ein Mensch lange anhaltend unter Ängsten leidet und sein Leben einschränken muss, führt dies unweigerlich auch zu Depressionen.
Zwänge resultieren aus besonderen Ängsten. Eine Angst vor einer Infektion führt z. B. zu einem Waschzwang. Die Angst davor, dass etwas Schlimmes passieren könnten, kann zu Kontrollzwängen führen. Die Zwänge und Kontrollbedürfnisse können sich dann schnell verselbständigen und zu einem eigenen Problem werden.
Weiterführende Informationen zum Thema:
» ANGST - Einführung
» ANGST - Formen
» ANGST - Symptome
» ANGST - Soziale Phobie
» DEPRESSIONEN - Einführung
» DEPRESSIONEN - Symptome
» DEPRESSIONEN / ANGST - Diagnose
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